Dialekt in der Grundschule

Nachdem Dialekte und Mundarten in deutschen Schulen lange verpönt waren, erleben sie nun vor allem im Süden Deutschlands ein Comeback. Galten dialektsprechende Schüler früher eher als Kinder mit mangelnder Intelligenz, sind Sprachforscher seit einigen Jahren der gegenteiligen Auffassung. Schon 2010 wurde den Ergebnissen der PISA-Studie entnommen, dass das Beherrschen einer Mundart bei Kindern vor allem die Auffassungsgabe und das abstrakte Denken fördert.

Der Mundart-Experte Hans Triebel erklärt, dass diese Kinder nicht besonders schlau sind, aber mit der Mundart und der deutschen Hochsprache von Grund auf zwei Sprachen lernen. Die Kinder lernen früh, zwischen den beiden Sprachen zu unterscheiden. Dies macht sich bei vielen Dialektsprechern durch eine große Sprachkompetenz und ein gutes sprachanalytisches Verständnis bemerkbar.

Auch in der Hirnforschung wurde belegt, dass bei mehrsprachig erzogenen Kinder das entsprechende Zentrum im Gehirn besser ausgebildet ist. Dabei ist es egal, ob das Kind mit Deutsch und Französisch oder mit Deutsch und Bayrisch aufwächst. Diese bessere Vernetzung im Gehirn ist "die optimale Voraussetzung für jegliche weitere Entfaltung auf sprachlichem Gebiet", so Ludwig Zehetner, Dialektologe an der Universität Regensburg.

Uni Augsburg Kartographie

Kartographie des Wortes "nein"
Universität Augsburg

Besonders in Bayern, Baden-Württemberg und der Pfalz binden immer mehr Schulen den örtlichen Dialekt in den Unterricht mit ein. Dies geschieht z.B. über Theateraufführungen, Gedichtsammlungen oder Projektunterricht zur Herkunft verschiedener Wörter. Als Ziel gibt Doris Thammer, Deutschlehrerin und Betreuerin des Mundartprojektes an einer Schule in Bayern verschiedene Gründe an: "Mit Dialekt kann man Emotionen nuancierter zum Ausdruck bringen. Die Zwischentöne haben mehr Farbe, Kritik klingt weniger harsch. Zudem wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, man verwurzelt viel tiefer in der Heimat."

Begrüßt wird diese Entwicklung auch vom Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München. Seit einigen Jahren gibt es eine Handreichung für Lehrer heraus, wie Dialekte am besten im Deutschunterricht eingebunden werden können.

Wenn Sie sich für die deutschen Dialekte und ihre Verbreitung interessieren, dann freuen Sie sich über das Projekt zur Umgangssprache der Philologisch- Historischen Fakultät der Universität Augsburg. Seit 2001 kartografieren die Forscher kontinuierlich die Aussprache bzw. die Nutzung von Varianten markanter Wörter in den verschiedenen Regionen Deutschlands. So werden alleine für das Wort "nein" fünf Varianten mit ihren Verbreitungsgebieten dargestellt.

Ebenso "hörenswert" ist die Aufstellung von Focus.de über die Eigenheiten von elf deutschen Dialekten mit teils amüsanten Hörproben. Schauen Sie doch mal rein, ob Sie den Dialekt wiederfinden, in dem Sie sich heimisch fühlen.

von Ilonka Sposato

Zurück zu den Einsichten Mai 2014

schulexpert-Vortrag in Potsdam – Tagung „Schulen im kommunalen Bildungsmanagement“

Kultusministerin Dr. Martina Münch

Kultusministerin von Brandenburg
Dr. Martina Münch
Ärztin, verheiratet, sieben Kinder

Thema der Tagung laut Programm: „Bildung ist ein harter Standortfaktor. Wo Schulen schließen müssen, stirbt auch der Ort. Die Ausdünnung des Schulnetzes kann die gesamte Region in eine Abwärtsspirale reißen. … Hier setzt die Tagung an. Sie behandelt zentrale Themen der nachhaltigen Gewährleistung schulischer Infrastruktur in den Kommunen einschließlich der dazugehörigen Erfahrungsberichte, die über Best-Practice-Modelle sowie über Erfolgsbedingungen und Fallstricke in der Verwaltungspraxis informieren.“ 

In diesem Kontext konnten wir über die Erfahrungen unserer Schulgenossenschaft Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule eG in Wetzlar berichten. In einem Brief des Veranstalters Prof. Hartmut Bauer an uns heißt es: „lnzwischen haben die Rückmeldungen der Tagungsteilnehmer ergeben, dass gerade auch lhr Beitrag auf eine ausgesprochen positive Resonanz gestoßen ist. Daran können Sie ablesen, dass Sie mit lhrem Vortrag ganzwesentlich zum Gelingen und zum Erfolg der Tagung beigetragen haben.“

Hier geht es zu unserem Redebeitrag.

von Georg Pflüger

Zurück zu den Einsichten Mai 2014

Die Onleihe – Digitale virtuelle Bibliotheken

Kostenlos eBooks ausleihen!

In unserem Stadtteil war die Bibliothek immer mittwochs geöffnet. Kaum eine Woche, die wir als Kinder ausließen! Wir genossen es ungemein, den großen Raum mit seinen unzähligen Büchern zu durchforsten.

Auch heute noch – mittlerweile in einer anderen Stadt – trage ich stapelweise Bücher aus der Bibliothek, wann immer es zeitlich geht. Die Gelegenheiten dazu sind leider seltener geworden … Dank einer bequemen Alternative muss ich aber nicht aufs Ausleihen verzichten: Mit einem gültigen örtlichen Bibliotheksausweis kann man kostenlos eBooks und andere Medien ausleihen. Am Ende der Leihfrist wird die Datei automatisch gesperrt, sodass man nicht an die Rückgabe denken muss. Der Katalog der Onleihe kennt keine Öffnungszeiten, und die ausgeliehenen Medien lassen sich am Computer, auf einem Tablet oder eReader lesen.

Für Menschen aus aller Welt, die deutschsprachige Literatur schätzen, haben sich die Goethe- Institute der Onleihe angeschlossen. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren ständigen Wohnsitz in einem Land haben, das hier aufgeführt wird. Nachdem Sie ein Land gewählt haben, wird das weitere Vorgehen dort erläutert.

Logo OnleiheDie eben genannte Voraussetzung trifft auf Sie nicht zu? Möglicherweise ist ja der Bibliotheksausweis Ihrer Heimatstadt noch gültig und die entsprechende Bibliothek nimmt an der Onleihe teil? Dann benötigen Sie nur die Ausweisnummer und ein Passwort.
Hinweis: In den meisten Bibliotheken wird das Passwort standard­mäßig aus Ihrem Geburtsdatum gebildet (in der Form 01011979).

Stöbern Sie doch auf der Seite „Ihrer“ Onleihe! Vielleicht ist für Sie selbst oder für Ihr Kind ein interessantes deutschsprachiges eBook dabei?

von Helene Wiebe

Zurück zu den Einsichten April 2014

schulexpert Elterninfo April 2014 – Warum Eltern ihre Kinder auf die FWR schicken (Transkript)

SEEI März 2014Frau Karakaplan (zitiert ihren Sohn Sayder): Die Schule ist das Beste! Die sollten davon viel, viel mehr bauen.

Ilonka Sposato (Mitarbeiterin schulexpert): Wir möchten gerne wissen, warum schicken Sie Ihre Tochter auf die Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Schule?

Herr Puschner (eine Tochter in der Eingangsstufe): Weil uns die Ausbildung von der Leila ganz, ganz wichtig ist und wir sicher sind, dass hier der optimale Grundstein gelegt wird für die spätere Ausbildung von Leila. Zum Beispiel durch engagierte und motivierte Lehrer, die dann eben auch auf die Stärken und Schwächen von den Kindern eingehen. Unsere kleine Leila wird zweisprachig erzogen. Sie geht zwar jetzt erst in die Eingangsstufe, aber im Englischunterricht darf sie schon in die 1./2. Klasse mit reinschnuppern. Da kann sie eben schon mitmachen. Das ist toll und woanders würde das wohl kaum gehen.

Frau Hildenbrand (drei Kinder in Klassen 1, 4 und 6): Ich habe drei Kinder hier von Fünfen. In der ersten Klasse, in der vierten und in der sechsten Klasse. Und ich habe eigentlich von Anfang an erlebt, dass die Kinder hier Kind sein dürfen und im Mittelpunkt stehen. Das war mir sehr, sehr wichtig, dass die Schule sagt: Ich bin für die Kinder da. Ein bisschen kommt immer das Motto rüber, wir unterstützen Sie in der Erziehung auch in der Familie, in den Kindern. Und ich habe immer erlebt, dass Zusammenarbeit eigentlich immer möglich ist.

Herr Weidmann (eine Tochter in Klasse 3): Ja, Sie müssen wissen, dass meine Tochter ein bisschen spezial ist. Wir haben sie adoptiert aus Kolumbien. Wir haben uns dann überlegt, als es dann Richtung Schule ging, dass sie auf der normalen Schule untergehen wird. Es ist uns ganz wichtig, wir wollen den Rhythmus bestimmen, mitbestimmen als Eltern, wie unsere Tochter lernt, was ihr zugemutet wird und was nicht. Ja, und dann haben wir sie hier angemeldet, weil wir das Konzept, das WEISE-Konzept sehr gut fanden. Und das hat ihr unheimlich viel gebracht. Sie ist vom ersten Tag an super gerne in die Schule gekommen. Sie ist jetzt im dritten Schuljahr, das heißt vier Jahre hier, und es ist immer noch so, dass sie super gerne in die Schule geht. Das merkt man schon, das ist eine ganz andere Atmosphäre und auch ein anderes Lernen für sie hier.

Frau Karakaplan (ein Sohn in Klasse 1): Ich und mein Mann wir sind aus der Türkei. Und wir wollten, dass unser Kind besser betreut ist und dass er das Ganze, was wir sehr schwer hatten, dass er es leichter hat. Und deswegen wollten wir, dass er hier zu dieser Schule kommt. Also er ist sehr gerne hier in der Schule. Ich kann wirklich sagen, es gefällt ihm alles. Das Schlimmste ist für ihn, wenn er krank sein sollte. Selbst dann sagt er: Mama, auch wenn ich krank bin, ich will trotzdem zur Schule gehen. Es gibt nichts, wo ich sagen würde: Das tut ihm sehr gut und das tut ihm nicht gut. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns, dass wir hier sind. Und würden weiterhin auch hier bleiben wollen.

Zurück zu den Einsichten April 2014

Schulgeschichten aus der Ferne

Zwei Katzen gehen in den Zoologischen Garten

In einem kleinen Haus am Stadtrand leben zwei Katzen, Tina und Lola. Gestern war ihnen langweilig. Lola sagte: "Was sollen wir bloß tun?" Tina antwortete: "Ich habe eine Idee. Lass uns in den Zoo gehen!" Lola fand das toll und sofort gingen sie los.

Als sie am Zoo ankamen, war die Enttäuschung groß. Der Zoo war geschlossen. "So was Blödes!", sagte Lola. Aber Tina hatte eine Idee. "Lass uns über den Zaun klettern!", schlug sie vor. Heimlich stiegen sie über den Zaun und mit einem Satz landeten sie auf der anderen Seite. Vor ihnen stand ein großes Schild: "Raubtierfreianlage!" Aber Katzen können ja nicht lesen.

Also liefen sie sorglos über die Wiese. "Guck mal! Da steht ein Teller mit leckerem Essen, Fisch und Fleisch. Ich habe großen Hunger!", sagte Lola und machte sich sofort ans Futtern. Es war so lecker, dass sie gar nicht merkten, wie von hinten ein großer Tiger angeschlichen kam. "Hey, wer frisst da mein Futter?", grollte er. Tina und Lola bekamen einen Riesenschreck. Sie dachten, der Tiger würde sie fressen. Der Tiger aber lachte nur: "Macht, dass ihr nach Hause kommt, ihr beiden Zwerge; es ist schon spät!"

Tina und Lola kletterten hastig über den Zaun und rannten nach Hause. Dort angekommen sprangen sie in ihr Katzenkörbchen und zogen die Decke über die Ohren. Tina sagte zu Lola: "Das war vielleicht ein Abenteuer!" Und beide schliefen ein.

(mit freundlicher Genehmigung von Katja und ihren Eltern)

Zurück zu den Einsichten April 2014

Reform rückwärts – Diskussion um G8/ G9

Die Gründe für die Einführung von G8 lagen auf der Hand. Im internationalen Vergleich raube das deutsche Bildungssystem den Jugendlichen wertvolle Zeit für Studium, Beruf, Familiengründung und Aufbau der Altersvorsorge, so einst der bayrische CSU-Politiker Edmund Stoiber. Die Schüler im europäischen Ausland haben ihren Schulabschluss mindestens ein Jahr früher in der Tasche.

Vor- und Nachteile von G8 werden seit Jahren ausgiebig diskutiert. Befürworter von G9 bemängeln den übermäßigen Lernstress der G8-Schüler, zuviel Druck und ein zu hohes Wochenpensum. Ehrenamtliche, sportliche oder musikalische Aktivitäten würden von den Schülern stark zurückgefahren, z.B. außerschulischer Musikunterricht, Vereinssport oder das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Schule würde sich auf reine Wissensvermittlung beschränken, da der zusammengepresste Schulstoff die ohnehin knappe Zeit mehr als ausfüllt. Die wichtige Vermittlung von sozialen und demokratischen Werten und Kompetenzen entfalle zunehmend.

Verfechter von G8 dagegen beklagen, die Schulreform sei nicht konsequent umgesetzt worden. Mit der Reduzierung der Schuljahre hätte ein durchgängige Umstellung auf Ganztagsunterricht erfolgen und die Lehrpläne gründlich entrümpelt werden müssen. Die Angst, die Qualität des Abiturs würde nachlassen, könne nicht belegt werden. Es gibt keine Anzeigen dafür, dass die G8-Absolventen dümmer oder klüger seien, als die Abiturienten nach 13 Schuljahren. Genau genommen wurden bislang keine Studien darüber angestellt, ob sich das Wissensniveau oder der Reifegrad der Absolventen durch G8 verringert hätte.

Einige Länder beginnen nun zurückzurudern. In Baden-Württemberg wurde bereits im Schuljahr 2012/ 2013 ein Modellversuch mit 22 Schulen zur Rückkehr zu G9 gestartet. Weitere Schulen folgten.

In Hessen und Schleswig-Holstein gibt es inzwischen ein Wahlrecht, G8 und G9 sind nebeneinander erlaubt. Die jeweilige Schulkonferenz entscheidet über das Angebot. Für das Schuljahr 2013/2014 haben sich in Hessen nur noch weniger als ein Drittel der Gymnasien für ein reines G8-Angebot entschieden.

Niedersachsen hat soeben beschlossen ab 2015 wieder flächendeckend G9 anzubieten. Gute Schüler sollen selbst entscheiden können, ob sie das Abitur bereits ein Jahr früher ablegen möchten.

In Bayern hat 2011 der erste G8-Jahrgang das Abitur abgeschlossen. Seitdem wird nur G8 angeboten. Zur Zeit wird allerdings wieder angestrengt debattiert. Laut Schulminister Spaenle ist "G8 für alle ebenso überholt wie G9 für alle".

Hamburg plant für den Sommer einen Volksentscheid zur Rückkehr zu G9. Eine Bürgerinitiative setzt sich vehement für das parallele Angebot von G8 und G9 an Gymnasien ein.

In allen östlichen Bundesländern sowie Saarland und Nordrhein-Westfalen bleibt es im Moment bei G8 an Gymnasien. Wobei in einigen Ländern an Integrierten Gesamtschulen in 13 Jahren zum Abitur geführt wird.

Eine praktische Übersicht über die aktuellen Abitur-Regelungen in Deutschland finden Sie auf dieser Animation von ARD.

Pisa-Studienleiter Manfred Prenzel kritisiert die Rückkehr zu G8. Gute Schulen würden auch unter G8 auf gleichbleibendem Niveau ihre Schüler erfolgreich zum Abitur führen. Viel wichtiger als die Dauer der Schulzeit sei dagegen die Diskussion über die Qualität der Schulbildung. Diese würde nicht automatisch durch eine längere Schulzeit gesteigert werden. Das gesamte Interview mit stern.de können Sie hier nachlesen.

von Ilonka Sposato

Zurück zu den Einsichten April 2014

Die Deutsche Fernschule stellt sich vor: Das Layout – Teil 1

Im Layout-Büro wird es uns nicht so schnell zu bunt. An einem Platz erkennt man auf den ersten Blick, dass hier ein Zeichner am Werk ist: Ein digitales Zeichenbrett und ein hochauflösender Scanner stehen auf dem Schreibtisch von Klaus Lange. „Herkömmliches“ Zeichenmaterial wie Stifte, Tusche und Papier braucht er natürlich auch, aber diese Dinge sind gut geschützt in der Schublade verstaut. „Klaus, kannst du bitte dem Globulus mit der Lupe Detektivkleidung anziehen?“ Ganz gleich, mit welcher Idee wir Kollegen kommen, Klaus Lange setzt sie meisterhaft in eine schöne Zeichnung um. In den Lehrbriefen finden sich unzählige Ergebnisse seiner gewissenhaften Arbeit.

Auch die Mediengestalter Dieter Kuttler und Andreas Roth verleihen unseren Lehrbriefen nicht „irgendwie“ Farbe, sondern mit Sachverstand, Erfahrung und Kreativität. Jede einzelne Seite gestalten sie so, dass sie für Grundschulkinder ansprechend ist. Ist die Schrift groß genug? Ist die Zeichnung an der Stelle richtig eingefügt? Unterstützt das Foto das, was im Text erklärt wird? Solche Fragen stellen die Mediengestalter sich selbst, diskutieren sie aber auch laufend mit den Lehrern, die den Inhalt der Lehrbriefe entwickeln.

Andreas Roth gibt den neuen Kursen Deutsch Basis ihr Aussehen. Wer den Schnupperkurs durchblättert, bemerkt sofort, wie viel Liebe fürs Detail in den Materialien steckt. Immer wieder hat Andreas’ Tochter Franziska getestet, ob Bastelvorlagen in Ordnung sind und ob Schreiblinien für Drittklässler lang genug sind … Andreas Roth ist meistens auch der Erste, der das gedruckte Ergebnis eines Lehrbriefs sieht. Seinem geschulten Drucker-Auge entgeht dabei nichts.

Dieter Kuttler gestaltet die Sachkunde-Kurse neu, die nach und nach überarbeitet werden. Sein großes Anliegen ist es, den Fernschülern und ihren Eltern das beste Schulmaterial anzubieten, das sie bekommen können. Dieter Kuttler weiß, dass Kinder am besten lernen, wenn so viele Sinne wie möglich angesprochen werden. Da ist es nur natürlich, dass er die Fernschule nicht nur mit ästhetischen Fotografien bereichert, sondern auch für Filmaufnahmen hinter der Kamera steht. Sorgfältig sichtet er die bewegten Bilder anschließend, schneidet und untermalt sie mit passenden Tönen.

Ob gedruckt oder digital – im Layout-Büro bekommen die Produkte der Deutschen Fernschule Form und Farbe. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe, an welchen spannenden Projekten Sven Kornmann, David Kiefer und ich, Helene Wiebe arbeiten.

von Helene Wiebe

Zurück zu den Einsichten April 2014

Steinzeit in der FWR

Steinzeit FWR Gruppe 2Steinzeit FWR Steinzeit FWR Dinosaurier

 
Nach 4 Wochen, in denen wir uns intensiv mit dem Leben in der Urzeit beschäftigt haben, ist das heutige Fest ein toller Abschluss. Lehrer und Schüler sind in Clans aufgeteilt worden und so passen wir gut aufeinander auf.

Steinzeit FWR GruppeSteinzeithütte FWR Steinzeit in der FWR

 
Ganz autentisch sind unsere Steinzeithütten im Wald, der ja zum Glück zu unserm Schulgelände gehört. Die Kinder haben wochenlang daran gebaut. Es war ein herrliches Fest.

von Margit Pflüger

Zurück zu den Einsichten März 2014

schulexpert Elterninfo März 2014 – 4 Kinder in der Schule (Transkript)

SEEI März 2014

Georg Pflüger/ pfl (Schulleiter): Sehr herzlich willkommen zu unserer neuen Ausgabe von schulexpert Elterninfo. Heute haben wir das Thema: Vier Kinder in der Schule. Dazu begrüße ich unseren Gast in unserem kleinen Studio: Susanne Fischer. Schön, dass du hier bist. Ihr habt eine große Familie, auf die ihr stolz sein könnt. Ihr habt vier Kinder und du hast sie, wie du oft sagst, alle durch die Schule gelotst. Was war denn der Bildungsweg deiner Kinder?

Susanne Fischer (sf): Vier Kinder, das sind vier eigene Menschen und deswegen auch vier verschiedene Lebens- und Schulwege. Zwei Kinder haben den klassischen  Weg im Gymnasium hinter sich gebracht. Einmal Abschluss "Gymnasiale Oberstufe", einmal Abschluss "Fachabi". Ein Kind hat gymnasiale Schule besucht unter dem Vorzeichen "G8", das bedeutet: nach der neunten Klasse nur Hauptschulabschluss trotz vier Jahren Latein, trotz Gymnasialtendenz. Und er hat noch ein Jahr Realschule angeschlossen, damit er den Realschulabschluss hat. Und der vierte ist auf einer integrierten Gesamtschule und macht gerade Klasse 9. 

pfl: Also eine bunte Mischung! Wir haben ja dieses Jahr unser Leitmotiv: Wir sind Ihr Partner in der Sorge um Ihr Kind. Jetzt ist die Frage, Susanne, die vielleicht auch unsere Hörer interessiert, die vielleicht Kinder neu in die Schule einschulen – und diese Schule vielleicht wie so einen Berg sehen: Was war für dich das Wichtigste, deine Kinder erfolgreich durch die Schule zu ‘bugsieren’ und zu lotsen.

sf: Das Wichtigste für mich ist, dass man nah am Kind ist, und zwar an jedem einzeln. Es gibt keine zweite Laufbahn. Jedes Kind macht das für sich – so, wie der Typ eben ist mit seinen Stärken und Grenzen. Und ganz wichtig finde ich in dem Zusammenhang, die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern zum Wohle des Kindes. Auch mit dem Kind zusammen. Ich habe keinen Elternsprechtag besucht ohne Kind.

pfl: Wo war da für dich eine Herausforderung oder etwas Besonderes, an das du dich zurückerinnerst. Etwas, wo du denkst: Mensch, toll dass wir das geschafft haben!

sf: Was Besonderes war auf jeden Fall das Dritte Kind, nachdem die ersten beiden sehr selbständig durch die Schulzeit gingen. Also, die Allererste musste selbständig sein, weil da gerade der Dritte geboren ist und das war sehr anstrengend für mich. Und eben der Dritte war einer, der eine besondere Betreuung brauchte. Es stellte sich erst spät heraus, dass er ein ADS-Kind ist und einen ganz eigenen Weg hatte durch die Schullaufbahn zu kommen, und das wirklich nur mit Unterstützung einerseits der Lehrer, aber andererseits auch durch psychologische Unterstützung.

pfl: Ja, vielen Dank. Ich glaube, das ist eine tolle Leistung, auf die man auch stolz sein kann, wenn die Kinder gut durch die Schule gekommen sind. Und jetzt liegt natürlich nichts näher, als die Kinder selbst auch zu fragen. Johanna und Jakob haben sich bereit erklärt, auch kurz etwas zu sagen. Was war denn von eurer Seite wiederum das Wichtigste an Unterstützung der Eltern bei eurer Schullaufbahn.

Jakob Fischer: Mein Name ist Jakob Fischer. Das Wichtigste für mich war, dass meine Eltern mich unterstützt haben und auf meine individuelle Lernweise eingegangen sind. Ich habe nicht gelernt, wie andere Schüler gelernt haben. Sondern bei mir war das alles ein bisschen komplizierter. Und sie haben auch dafür gesorgt, dass ich z.B. eine Versetzung geschafft habe. Sie haben sich darum gekümmert, dass ich Nachhilfe bekommen habe von einem ehemaligen Lehrer in Latein, wo ich nicht besonders gut war. Und dass ich es dadurch auch geschafft habe, die Note zu verbessern. Sie haben mir auch gezeigt, dass wenn ich nichts mache oder nicht von selbst komme, lerne oder etwas erreichen will, dass ich dann auch keine guten Noten bekomme und auch nichts erwarten kann. Also, das war so ziemlich das Wichtigste, was ich gelernt habe.

Johanna Fischer: Hallo, mein Name ist Johanna Fischer. Und das Wichtigste im Zusammenhang mit der Schule, wie mich meine Eltern unterstützt haben, war für mich die Zuversicht, dass ich das, was ich mir vorgenommen habe auch erreichen konnte. Also ich musste relativ selbständig meine Schullaufbahn bestreiten und wusste aber schon sehr früh, dass ich studieren möchte und dass ich dafür Abitur brauche. Und meine Eltern haben immer an mich geglaubt, dass ich das schaffen kann und haben mich dabei unterstützt und haben mir Rückhalt gegeben, wenn es schwierige Zeiten gab in der Schule. Und das war wirklich wichtig für mich, dass ich wusste, dass jemand an mich glaubt, auch wenn ich es selbst in dem Augenblick nicht getan habe. Und so konnte ich dann auch erfolgreich mein Abitur abschließen und studieren. 

sf: Unsere vier Kinder haben ganz unterschiedliche Wege und das endet in ganz unterschiedlichen Berufen. Die Älteste wird Gymnasiallehrerin für Deutsch und Englisch. Die Zweite ist Rettungsassistentin, der Dritte macht gerade eine Ausbildung zum Fleischer und beim Vierten wissen wir es noch nicht. Nach 20 Jahren Schulzeit und Begleitung kann ich Ihnen sagen, das Wichtigste ist, dass die Kinder lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen für das, was sie tun und das, was sie nicht tun. Für die Eltern ist es wirklich wichtig, Vertrauen zu haben und ein Stück Gelassenheit zu leben. In diesem Sinne: einen guten Weg!

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Pädagogischer Beirat tagt

Der Pädagogische Beirat besteht aus über 20 Personen, die die beiden Schulen mit ihrem Fachwissen unterstützen. Professoren unterschiedlicher Fakultäten, Lehrer, Schulgründer und Psychologen kommen zusammen, um über aktuelle Anliegen und pädagogische Fragen zu diskutieren.

Schwerpunkt war in diesem Jahr der Antrag der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule auf Erweiterung der bisherigen Grund- und Förderstufenschule in eine integrierte Gesamtschule. Wie kann diese Schulform in Form einer Kleinschule realisiert werden? Kann das mittlerweile bewährte WEiSE®-Konzept zum Wohle der Kinder umgesetzt werden? Nach einer Vorstellung der bisherigen Planung durch Schulleiter Georg Pflüger wurde über diese Fragen intensiv diskutiert. Es gab einige gute Anregungen zum geplanten Konzept und am Ende der Sitzung war sich der Beirat einig : Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, aber es kann gelingen!

Sitzung des Pädagogischen Beirates am 22.02.2014Sitzung des Pädagogischen Beirates am 22.02.2014

Experten im Gespräch (von links nach rechts): StD Manfred Jerusalem (Schulgründer), Dr. habil. Heinz-Lothar Worm (Sonderpädagogik), Prof. Dr. Hans Christoph Berg (Pädagogik), Gunter Krieg (Berufsschullehrer), Thorsten Kunz (Dipl. Betriebswirt), Jin Guk Hwang (Lehrer), Dieter Allgöwer (Assistent Professorenforum), Helene Wiebe (Deutsche Fernschule)

 
Diese Bestätigung war der letzte fehlende Baustein und so wurde am 28.2.2014 der Antrag auf Erweiterung der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule als integrierte Gesamtschule bis Klasse 10 beim Schulamt eingereicht. Am Rande der Sitzung wurde noch darüber gesprochen, dass das WEiSE®-Konzept mittlerweile so aufbereitet ist, dass auch andere Schulen in Zukunft damit arbeiten können. Voraussichtlich zwei unabhängige Schulgründungen werden sich in diesem Jahr noch als WEiSE@-Schule lizenzieren lassen.

Angesichts der geplanten Veränderungen und neuen Herausforderungen sind wir für die Unterstützung aus dem pädagogischen Beirat sehr dankbar!

von Hartmuth Bischoff

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