Genossenschaftsausflug in die Lochmühle

Über hundert Schulkinder mit Eltern, in einem tollen Park, voller Möglichkeiten, genannt Lochmühle. Da wurde Wettrutschen gemacht, die Eichhörnchenbahn gefahren und egal an welcher Attraktion man auch gerade war, auf irgendein Kind der Raiffeisenschule traf man ganz sicher. Große Schüler passten auf kleinere auf und Lehrer rutschten mit Schülern. An der Grillhütte konnte wunderbar gegessen werden, was jede Familie mitgebracht hatte.

Margit Pflüger im Wasserbobgemeinsames Grillenauf der Achterbahn

So verging die Zeit wie im Flug und nachdem auch die letzten Minute ( bevor der Park geschlossen wurde) noch ausgenutzt war, ging ein toller Tag zu Ende. Dank der Orga von Ines und Babsy, ist dieser Ausflug eine tolle Tradition geworden, zu der auch ehemalige Schüler und Eltern gerne dazu kommen. Besser geht’s nicht!

von Margit Pflüger

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Einsichten in Privatschulen – Teil 2

Elternsprechtag an der öffentlichen Schule meiner Kinder: Ich möchte den Geschichtslehrer kennenlernen, der etwas umstritten zu sein scheint. Da sitze ich im frisch gebohnerten Gang auf einem Schülerstuhl, vor mir warten zwei andere Eltern. Die Tür geht auf: „Nein, sie brauchen sich keine Sorgen machen, da brauchen wir auch gar nicht lange reden! Sie sehen, hier warten noch andere!“ Händeschütteln, schneller Abschied. Der Lehrer ist in Fahrt, das merkt man … muss er auch, bei etwa 40 Kurzgesprächen pro Elternsprechtag. Die anderen beiden Eltern vor mir sind ebenfalls schnell durch und schon sitze ich drin. „Ah, Herr, äh, Pflüger, ja, Ihr Sohn XY…“ Ich höre ein paar Sätze zu, dann denke ich mir: „Also, meinen Sohn kann er eigentlich nicht meinen.“ Natürlich habe ich ein Bild von meinem Sohn in der Tasche, denn diese Verlegenheit der Lehrer ist mir bekannt, auch aus eigener Erfahrung. Der Geschichtslehrer entschuldigt sich. Dann bin ich schnell in seiner Kategorie „Alles ok, Sie können gehen“, da fällt mir noch eine Frage ein: „Zu welchen Werten wollen Sie eigentlich meinen Sohn und die Klasse erziehen?“ Verblüfftes Schweigen. Ungläubiger Ausdruck im Gesicht, Schulterzucken, die Hände mimen eilige Ratlosigkeit: „Also so etwas hat mich noch niemand gefragt!“ An meinem Gesicht muss der Lehrer gesehen haben, dass mich seine Antwort wirklich interessiert, also schiebt er nach: „Demokratie, Toleranz und so! Das ist doch klar!“, und wedelt wieder mit den Armen. Aha und vielen Dank! Bis zum nächsten Elternsprechtag – oder auch nicht.

Eltern und KindUnser Grundgesetz sagt: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ GG Art 6 (2). Leider mache ich immer wieder die Erfahrung, dass diese zuvörderst mir obliegende Pflicht in der öffentlichen Schule keinen Raum hat. Vielfach haben mir das andere Väter und Mütter bestätigt. Der Bundesvorstand der Elternvertretungen hat vor einigen Jahren sogar von der „Entmündigung der Eltern in der Schule“ gesprochen. In Sachen Schule wurschtelt sich demnach jeder so gut für sich durch, wie es geht. Die Verfassung sieht Schulfreiheit vor. Die Realität bietet faktisch ein staatliches Schulmonopol. Hauptsache, keinen Ärger machen! Den müssen nämlich die Kinder ausbaden.

Der Mythos, dass Eltern heutzutage alle Helikoptereltern sind und man sie sich als Schule deshalb besser vom Leibe hält, hat in unserer Schule keine Konjunktur. Seit sieben Jahren betreiben wir eine Schulgenossenschaft, in der sowohl Eltern als auch Lehrer Mitglieder sind! Unsere genossenschaftliche Erfahrung lautet: Informierte Eltern sind glückliche Eltern. In einer transparenten Schule gibt es kaum Eltern, die Mitbestimmung um jeden Preis wollen. Bei uns sagen die Eltern schon mal: „Da halten wir uns raus, das müssen die Lehrer entscheiden!“ Gefragt, warum sie ihre Kinder auf die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule eG schicken, hört man zum Beispiel (O-Ton eines Vaters von zwei Kindern):

"Ich schicke meine Kinder auf die FWR …

  • weil diese Schule für sie wie eine Familie ist.
  • weil sie auf einer staatlichen Schule waren und man dort ihre Persönlichkeit ignoriert hat.
  • weil dort Werte fürs Leben und für die Persönlichkeit gelehrt und vorgelebt werden.
  • weil sie dort lernen ohne Druck, sondern mit Spaß an der Schule.
  • weil man dort immer ein offenes Ohr für die Entwicklung und Bedürfnisse meiner Kinder hat.
  • weil diese Schule alles das hat, was ich mir als Kind selbst immer gewünscht hätte.
  • und nicht zuletzt: Weil man meine Kinder dort liebt!"

Es geht also auch anders! Da fragt man sich: Hat so manche öffentliche Schule, welche sich über ihre Elternschaft beklagt, vielleicht genau die Eltern, die sie sich herangebildet hat? Lesen Sie mehr zu unserer Schulgenossenschaft auf www.fwr-wetzlar.de

von Georg A. Pflüger

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Weltkindertag in Wetzlar

Am Sonntag, den 14. September fand auch in diesem Jahr wieder der Weltkindertag statt. Mit einem Stand auf dem Wetzlarer Domplatz wollten wir unsere Schule vertreten und natürlich auch ein wenig unsere Kasse aufbessern.

Obwohl das Wetter ganz und gar nicht mitspielte (es goss in Strömen), tat das der Laune keinen Abbruch. Viele fleißige Eltern hatten Muffins in wunderbaren Variationen gebacken, die begeistert gekauft wurden. Besonders marktschreierisch begabte Eltern,  brachten die kleinen Kuchen unters Volk.

Ein Glücksrad, bei dem jeder gewinnen konnte, lockte alle Kinder, die sich trotz Regen herausgewagt hatten, zu uns an den Stand. So konnten wir fast 300€ Gewinn machen und haben viele nette Gespräche geführt.

von Margit Pflüger

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FWR Einschulungsfeier – Wir wachsen stetig!

Um 10 Uhr begann die Einschulungsfeier, die wieder in den Räumen des THW in der direkten Nachbarschaft stattfand. In alter FWR-Tradition gab ein einstudiertes Musical den Rahmen der Veranstaltung an. Vor wunderbar selbsthergestellten Kulissen präsentierten die Schüler in kreativen Kostümen spritzige Lieder, Tänze und prägnante Texte zum Thema Wahrheit und Wunschvorstellung.

Einschulung Anspiel

Schulleiter Georg A. Pflüger nahm in seiner Ansprache diesen Ball auf. "Falsche Brillen abnehmen – das müssen wir alle immer wieder! Das lernen wir gemeinsam an der WEiSE®-Schule. Wir wollen die Welt so sehen, wie sie ist. Das ist für uns und für die anderen am besten. Denn am Originellsten ist immer die Wahrheit."

Ungeduldig erwartet wurde die Überreichung der Schultüten, die die jeweiligen Stufenleiter übergaben. Frau Berg (Eingangsstufe), Frau Pflüger (Klasse 1 und 2) und Schulleiter Pflüger begrüßten die neuen Schüler per Handschlag in der Schulgemeinschaft.

Einschulung 1. KlasseEinschulung Eingangsstufe

Nach etliche Fotos durften die Kinder in die erste "Unterrichtsstunde" gehen. Gegen 12 Uhr war ein aufregender Tag für 10 neue Kinder in der Eingangsstufe und 3 Erstklässler geschafft.

von Barbara Reimann und Ilonka Sposato

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Fundraising-Radrennen Vattenfall Cyclassics

Unser Schulleiter Georg A. Pflüger fährt auch 2014 ein Sponsoren-Radrennen für Schulexpert (Distanz 100 km). Machen Sie mit und sponsern Sie für jeden Kilometer 50 Cent, einen Euro oder mehr!

Schulleiter Pflüger auf dem RennradDas Rennen findet am 25. August 2014 in Hamburg statt im Rahmen der Vattenfall Cyclassics. Die Schulexpert-Startnummer wird kurz vor dem Rennen bekannt gegeben, so dass Sie mit der offiziellen App das Rennen life mitverfolgen können.

Wofür wird Ihr Geld verwendet?
Wir bauen einen neuen Schultyp auf – eine integrierte Kleinschule bis Klasse 10 als Schulgenossenschaft! Dazu brauchen wir neue Räume und Ausrüstung!
Mehr auf Facebook und der FWR Webseite.

Machen Sie eine Sponsorenzusage und schreiben Sie eine Email an bischoff@schulexpert.de! Geben Sie an, wie viel pro Kilometer Sie sponsern möchten! Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.
Vielen Dank im Voraus!

Konto
Schulgenossenschaft FWR Wetzlar eG
IBAN: DE36513900000039421100
BIC: VBMHDE5FXXX

von Ilonka Sposato

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Lesen lernen – Wie geht das?

Jedes Kind muss von neuem das Lesen erlernen. Und das ist harte Arbeit! Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Gehirn nur in den ersten 10 Lebensjahren fähig ist, so lesen zu lernen, dass man es ohne Anstrengung beherrscht.

Es gibt keine vorgesehenen Nervenzellen, die für das Lesen zuständig wären. Beim Lesen lernen verändert sich das Gehirn des Kindes. Dabei werden neue Verbindungen zwischen Schaltkreisen und Strukturen im Hirn geschaffen, die eigentlich für das Sehen und Sprechen zuständig sind. Erst mit der Zeit spezialisieren sich ganze Gruppen von Nervenzellen und der Leseprozess beginnt sich zu automatisieren. Forscher haben herausgefunden, dass sich die Hirnstrukturen eines Lesers deutlich von dem eines Nicht-Lesers oder eines beginnenden Lesers unterscheiden.

VorlesenDas Lesen lernen erfordert, dass das Kind die gesprochene Sprache bereits beherrscht. Ein großer, vielfältiger Wortschatz ist die beste Voraussetzung für gutes Lesen und Schreiben können. Daher fängt die Vorbereitung auf das Lesen lernen schon lange vor der Einschulung an.

Bereits im Kleinkindalter wird das Gehirn des Kindes durch Sprache hören, Vorlesen, Reime oder Sprachspiele auf das spätere Lesen lernen vorbereitet. Einer amerikanischen Studie zufolge besteht bereits im Kindergartenalter eine erhebliche Kluft zwischen Kindern mit dürftiger sprachlicher Stimulation und solchen mit besserer Sprachversorgung. Das heißt, dass ein fünfjähriges Kind aus der gehobenen Mittelschicht im Schnitt bereits 32 Millionen Wörter mehr gehört hat als ein Kind aus unterpriviligierten Verhältnissen. (Quelle: Meaningful differences in the everyday experience of young American children / B. Hart & R. T. Risley)

Kindergartenanfänger, die bereits Tausende Wörter gehört und verwendet haben und deren Bedeutung verstanden, klassifiziert und in ihrem Gehirn gespeichert haben, haben einen klaren Bildungsvorteil. Kinder, die noch nie eine Geschichte vorgelesen bekamen, die nie Reime hörten, die sich nie ausgemalt haben gegen Ungeheuer zu kämpfen oder einen Ritter zu heiraten, haben deutlich schlechtere Karten. Auch Kinder, die wenig sprechen, geraten oft schon ins Hintertreffen, bevor sie mit dem Lesen lernen überhaupt anfangen.

Wenn Kinder zu lesen beginnen, lernen sie mühsam Buchstabe für Buchstabe zu entziffern, erkennen Silben und Worte. Man könnte annehmen, dass sich der Prozess der Buchstabenerkennung und -zusammenfügung im Laufe der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen beschleunigt, um schließlich die hohe Lesegeschwindigkeit eines Erwachsenen zu erreichen. Tatsächlich ändert sich aber der Leseprozess auf dem Weg vom Leseanfänger zum geübten Leser grundsätzlich.

Für einen geübten Leser ist es gar nicht mehr nachvollziehbar, warum Buchstaben nicht eindeutig von einander unterscheidbar sein sollen. Für Kinder steht allerdings rechts und links, oben und unten noch nicht so unmissverständlich fest. Vor allem gespiegelte Buchstabe wie p und q können daher leicht verwechselt werden. Je ähnlicher sich die Buchstaben sind, desto genauer müssen Auge und Gehirn arbeiten, um sie voneinander zu unterscheiden. Selbst bei Viellesern lässt sich eine Zeitdifferenz in der Unterscheidung von ähnlichen und nicht sehr ähnlichen Buchstaben feststellen. P und R, i und j werden beispielsweise langsamer unterschieden als W und G. (Quelle: Principles of perceptual learning and development/ E. J. Gibson)

LeseanfängerEin Leseanfänger kann beim Lesen einzelner Buchstaben nicht auf benachbarte Zeichen schließen. Aber nach und nach bekommt das Kind ein Gespür für häufig vorkommende Buchstabenfolgen. Diese werden dann nicht mehr als Buchstaben gelesen, sondern fest assoziiert. Ein geübter Leser in deutschsprachigen Texten erwartet z.B. nach „sc“ ein „h“. Je mehr der junge Leser liest, desto weniger Buchstabeninformationen benötigt er, um ein Wort zu entschlüsseln. Er entwickelt für das zu lesende Wort eine Sinnerwartung. Diese wird dann weiter auf Wortgruppen, Satzteile und Sätze ausgedehnt.

Durch viel Leseerfahrung lernt der Leser auch, dass es für das Satzverständnis wichtigere und unwichtigere Worttypen gibt. Wörter, die Inhalte transportieren wie Adjektive, Adverbien Nomen und Verben (bunt, schnell, Haus, laufen) werden länger fixiert. Funktionswörter wie Konjunktionen, Artikel und Präpositionen (wenn, der, vor) dagegen werden nur überflogen. 60% aller Artikel, Präpositionen und Konjunktionen wird gar nicht gelesen. Im Durchschnitt werden 20% aller Worte nicht gelesen.

Für dieses fortgeschrittene Lesen benötigt unser Gehirn weit weniger Ressourcen. Je mehr jemand gelesen hat, desto weniger Ressourcen nimmt der Lesevorgang selbst in Anspruch. Damit steht dann umso mehr Hirnleistung für die inhaltliche Verarbeitung des Textes zur Verfügung. Allerdings ist das von Erwartungen getriebene Lesen auch ein Grund dafür, warum Druckfehler so leicht übersehen werden.

Können Sie diese Worte lesen?

E_pr__so, C_la, B_e_?

WSEIO KNOENEN SIE DEIESN STAZ LSEEN, OWHOBL DIE BCUTHSAEBN NCHIT IN DER RCITHGIEN REHINEFOGLE SHETEN?

Kinder in der BibliothekDie Sinnerwartung steuert, wie viele Informationen wir brauchen, um einen Text flüssig zu lesen. Die Lesegeschwindigkeit hängt davon ab, wie treffsicher unsere Sinnerwartung ist.

Lesen ist mehr als Wörter zu dekodieren, es dient dem Aufbau von Wissensstrukturen. In der Regel sind Kinder zum Lesen lernen sehr motiviert. Sie erarbeiten sich damit eine Fähigkeit, mit Hilfe derer sie in eine Erwachsenenwelt vordringen, die ihnen bislang vorenthalten war. Wenn die Kinder erst einmal geschriebene Worte in Sprache übersetzen können, verliert das Lesen lernen ein Stück weit seinen Reiz.

Beim Lesen ist aber vor allem das Verstehen wichtig. Wie wir bereits gesehen haben, werden beim Lesen lernen neue Gehirnverbindungen angelegt. Daher ist das Gehirn von beginnenden Lesern mit dem Entziffern der Buchstaben bereits ziemlich ausgelastet. Erst eine gewisse Leseautomation gibt genügend Hirnleistung für die inhaltliche Verarbeitung frei. Es ist daher ganz wichtig, dass Kinder weiterhin zum regelmäßigen Lesen animiert werden, denn die Leseflüssigkeit, die Automatisierung von Lesevorgängen und das Erlernen sinnerfassenden Diagonallesens wird erst in den folgenden Jahren durch beständiges Lesen geübt und entwickelt.

Zum verstehenden Lesen bedarf es allerdings noch mehr als das flüssige Erfassen der Schriftzeichen. Viele Texte lassen sich gar nicht erschließen, wenn der Leser nicht ein bereits vorhandenes Wissen mitbringt. Dieses Wissen steigt mit jedem neuen gelesenen Text weiter an.

Beispiel: Er bezahlte an der Kasse 16 Euro. Sie wollte ihm 8 Euro zurückgeben, aber er wollte das Geld nicht haben. So gingen sie denn beide hinein und sie kaufte ihm eine große Tüte Popcorn.

Das Beispiel beschreibt ein Szenario im Kino. Um die Sätze inhaltlich einordnen und verstehen zu können, muss der Leser bereits die Abläufe eines Kinobesuches kennen.

Den Weg des Kindes zu verfolgen und zu fördern, vom einfachen Entziffern des Wortes „Katze“ zum mühelosen Verstehen von Ausdrücken wie „die schnurrende Kreatur auf Samtpfoten namens Mephistopheles“, ist eine herausfordernde und überaus wichtige Aufgabe.

Lesen hat einen erheblichen Anteil an unserer Fähigkeit, zu denken, zu fühlen, Schlüsse zu ziehen und andere Menschen zu verstehen und fördert die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Mangelnde Lesekompetenz dagegen bedeutet, dass viel Information und Wissen verloren geht.

Das gründliche und kompetente Lesenlernen ist für den weiteren Bildungsweg eine unumgängliche Voraussetzung. Vor allem im fremdsprachigen Ausland ist es oft schwierig, die Schreib- und Lesefähigkeiten auf einem altersgerechten Niveau zu erhalten. Mit den Deutschkursen der Deutschen Fernschule können Sie die Lese- und Schreibkompetenz gezielt fördern. Für Erstleser empfehlen wir Ihnen zusätzlich Graf Orthos Lesetruhe. Durch kleine Hefte mit kurzen Texten bekommen die Kinder sehr früh eine hohe Lesemotivation, da sie schnell ein ganzes Buch lesen können. Büchertipps für ältere Kinder finden Sie auch auf der Internetseite Kinderbuchcouch, die wir Ihnen im Januar diesen Jahres vorgestellt haben. Viel Spaß beim Stöbern!

von Ilonka Sposato

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schulexpert Elterninfo August 2014 – Ein JA zum Kind (Transkript)

SEEI August 2014

Georg Pflüger/ pfl (Schulleiter): Sehr herzlich willkommen zu unserer neuen Ausgabe von schulexpert Elterninfo. Wir befinden uns hier über den Dächern von Gießen im Zimmer der Studienleiterin des Paracelsus Institutes, Frau Schmidt. Ich freue mich, dass wir heute bei Ihnen sein können.

Jutta B. Schmidt/jbs (Studienleiterin Paracelsus Schule Gießen):Ich freue mich, dass Sie vorbeigekommen sind. Dass wir das gemeinsam hier erleben dürfen heute.

pfl: Schön. Frau Schmidt war bei uns mit einem Vortrag, hat ihn selbst gehalten über Erziehung und Familie in der Raiffeisen-Schule bei uns in Wetzlar. Frau Schmidt, gibt es da einen Kernpunkt, eine Botschaft, die Sie den Eltern vielleicht noch einmal unterstreichen möchten?

jbs: Ich denke, an dem Abend ging es sicher in der Kernbotschaft darum, dass wir, wenn wir erziehungsberechtigt sind, wenn wir mit Kindern in Erziehung stehen, dass wir uns selbst begegnen. Und da ist glaube ich der Punkt, zu sehen, wo Verletzungen, wo Schwierigkeiten auftreten können, weil oftmals Kinder uns spiegeln. Weil sie Bilder bringen, mit denen wir vielleicht ein Leben lang kämpfen mussten. Sei es die Unordnung im Kinderzimmer, die wir selbst mit schwierigsten Möglichkeiten beherrschen müssen, damit wir nicht auch unordentlich sind.

Also es ist schon so, dass wir in der Erziehung mit Kindern häufig vor einen Spiegel gestellt werden und wenn das einfach so ist, dann löst das in uns auch natürlich Emotionen aus, die in eine schlechte Richtung gehen: in Trauer, in Stress, in Ablehnung, in Verzweiflung, in Schuldgefühle. Ich kenne viele Mütter, die mit Schuldgefühlen leben, weil sie glauben, dass sie keine guten Mütter sind. Und das sind natürlich schlechte Bausteine für das Leben und die Erziehung mit Kindern.

Denn Eltern müssen JA sein – jovial und aktuell. Das heißt, das ist dieses was sich Eltern merken müssen, sie müssen JA sein und nicht dieses Nein. Sondern JA müssen sie sein – jovial und aktuell.

pfl: Das ist eine tolle Botschaft, Ja zu sagen zu den Kindern. Vielleicht können Sie das noch etwas genauer sagen. Was heißt denn das für Sie – jovial sein oder aktuell sein als Vater oder als Mutter?

jbs: Das jovial heißt ja, dass ich mich an dem Leben, an der Art des Anderen sehr, sehr stark begeistern kann. Und ich sage immer, wenn wir Kinder beobachten, dann können wir sehr, sehr viel von ihnen lernen. Ob es unsere eigenen sind oder ob es Kinder sind, die wir auf dem Spielplatz beobachten.

Kinder haben ein großes Herz für alles, was sie tun. Es wird nicht beschnitten, sondern sie begreifen, sie gucken, sie sind neugierig. Alles was wir vielleicht viel zu wenig geworden sind im Erwachsenenalter. Und dass wir uns wirklich nachhaltig jovial begeistern an dem, was sie mitbringen und da auch dran heilen können. Gerade für Menschen, die eine schwierige Kindheit hatten, sind häufig an ihren Kindern, die so erfrischend waren, geheilt, weil sie mit diesem kindlichen Seelenleben nochmal ihre Seele erfrischen konnten.

Und aktuell, das ist einfach so, dass wir immer "on" sein müssen. So "on" wie unsere Elektrogeräte, von denen wir das erwarten, unser Handy, unser Computer. Wir müssen uns damit beschäftigen, und mit Kindern müssen wir uns noch viel intensiver beschäftigen. Und dazu haben wir natürlich alle Möglichkeiten in der heutigen Zeit.

Was ich immer sehr traurig finde, ist dass ein Problem, wenn es in der Familie entsteht, viel zu lange verdeckt wird. Es wird immer eine Abwehr gefahren, man will es nicht sehen, man versucht es mit Druck zu machen, mit Schimpfe, mit Verboten. Es ist genau das Verkehrte, denn Kinder weisen eigentlich nur auf kritische Situationen in Familien hin oder auch zwischen den Eltern. Und da sollten wir auch, wenn wir merken, dass wir an eine Grenze, in einen Grenzbereich mit ihnen kommen, so frei und ehrlich sein, dass wir schnell professionelle Hilfe suchen. Es gibt so viele Erziehungsberater, psychologische Berater, Kinder-Jugend-Familien-Berater. Ich bin immer gerne bereit, auch Adressen und nette Praxen zu vermitteln, wo Eltern ein, zwei, drei Gespräche haben können.

Wenn wir Zahnschmerzen haben, gehen wir auch ganz schnell zum Zahnarzt. Und so sollten wir auch, wenn die Seele schmerzt, wenn man sieht, mit dem Kind ist etwas nicht in Ordnung und ich habe nicht mehr die nötige Distance und Sichtweise dazu, weil ich zu befangen bin, weil es mir eigentlich das genau präsentiert, was mein großes Problem ist, dann ist professionelle Hilfe angesagt, würde ich sagen.

pfl: Das stimmt. Ja, Sie haben es gehört. Wir als schulexpert sind Ihr Partner in der Sorge um Ihr Kind. Und es gibt noch andere Partner –  Sie sind auch Partner. Sie zeigen gerade noch ein Buch. Darauf werden wir im Abspann noch hinweisen. Wir haben von Frau Schmidt ebenfalls viel gelernt und wir selber lernen ja auch immer wieder: Geben Sie nicht auf! Bleiben Sie dran! Suchen Sie sich Hilfe!

Bei uns oder bei anderen. Wir sind jedenfalls Ihr Partner in der Sorge um Ihr Kind. Danke fürs Zuschauen, danke, Frau Schmidt, für das tolle Gespräch. Und Tschüss!

jbs: Tschüss!

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FWR Sommerfest

Direkt nach Schulende um 12 Uhr startete das Fest. Schon gleich wurde es explosiv, denn Klasse 6 führte einige Experimente ihrer Chemie-AG vor.

Ein reichhaltiges Buffet lud zur Stärkung ein. Die zu sich genommenen Kalorien konnten jedoch sogleich wieder bei einem gemeinsamen Line-Dance abgebaut werden. Es folgten die verschiedenen Vor- und Aufführungen von Kindern, Lehrern und AG-Koordinatoren.

Leider braute sich derweilen ein kleines Unwetter am Himmel zusammen. Spontan zog die Karawane in das Nachbargebäude des THW um, wo es vor dem Regen geschützt fröhlich weiter ging.

Die Eltern hatten sich in diesem Jahr eine besondere Verpackung für ihr "Dankeschön" an die Lehrer ausgedacht. Die Handpuppe Globuline (Cousine von Globulus) hatte einen famosen Auftritt. Auf besonders amüsante Weise beschrieb sie die Lehrer und den Alltag in der Schule.

von Barbara Reimann

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