Wandertag Klasse 7

Vom 13. – 15. Juli 2015 verbrachte die 7. Klasse der FWR im Rahmen der Wandertage 2 Tage in Zinse, Erndtebrück am Rothaarsteig.

Schüler und Lehrer wohnten in einem gemütlichen Landhaus mit 4 Schlafzimmern und einem großzügigen Aufenthaltsraum. Um Verpflegung kümmerte sich die Gruppe selbst. Für die Wanderungen haben sich die Schüler Brote geschmiert.

Wandertag-1Jeder Tag begann mit dem ca. 1,5 km langen Zuweg zum Rothaarsteig um die eigentlichen Wanderungen am „Dreiherrnstein“ zu starten. Obwohl es fast ununterbrochen geregnet hat, waren die Schüler motiviert und haben sehr gut durchgehalten.

Am Dienstag war die Fernbachquelle das Ziel. Dort angekommen, konnten die Schüler das Wasser, einige Meter unter sich im Boden, hören. Am Mittwoch hat die gesamte Gruppe den Rhein-Weser-Turm bestiegen. Obwohl sich die Sicht wetterbedingt auf etwa 250 Meter beschränkte, war es für alle ein tolles Erlebnis.

Das Abendprogramm wurde nach den Wünschen der Jungen und Mädchen gestaltet. Es wurden Gesellschaftsspiele gespielt und Filme angeschaut.

Am Mittwoch haben Schüler und Lehrer vor der Abreise Herrn Weiß, dem das Landhaus seit 50 Jahren gehört, ein paar Fragen zum Rothaarsteig gestellt. Alle haben gespannt zugehört und anschließend ihre Erlebnisse und Eindrücke aufgeschrieben.

Die Tage waren anstrengend aber sehr schön. Die Jugendlichen haben ihr Bestes gegeben und es herrschte eine gute Klassengemeinschaft. Mit über 15 km am ersten und knapp über 20 km am zweiten Tag, die ordentlich rauf und runter gingen, haben die Schüler eine hervorragende Leistung gebracht.

von Nadja Heykamp

Sponsorenlauf

Am 27. Juni 2015 fand der 1. Sponsorenlauf der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule statt. Bei schönstem Wetter haben sich vor allem unsere Schüler (aber auch Lehrer und Eltern) mächtig ins Zeug gelegt.

Die Sponsoren konnten einen oder mehrere Schüler pro Runde mit einem gewählten Betrag sponsorn. Wir waren sehr beeindruckt, welchen Einsatz alle Läufer gezeigt haben, um möglichst viele Runden absolvieren zu können.

Auch neben der Laufstrecke herrschte gute Laune.

Auch neben der Laufstrecke herrschte gute Laune.

Lehrer und Schüler mit vollem Einsatz

Lehrer und Schüler mit vollem Einsatz

Auch die Jüngsten liefen tapfer mit

Auch die Jüngsten liefen tapfer mit

Dadurch sind tolle Rundenzahlen und damit eine schöne Summe zustande gekommen – mehr , als wir eigentlich erwartet hatten. Insgesamt haben alle Beteiligten über 12.000 Euro für den Neubau des dringend benötigten Schulgebäudes erlaufen.

Vielen Dank!

von Ilonka Berth

Waldtage

Im Rahmen des WEiSE-Faches wurde das Projektthema „Forst“ in der Klasse 5/6 behandelt. Inhaltlich sollte nicht nur Fachwissen vermittelt werden, sondern auch Nachhaltigkeit und das allgemeine Berufsfeld eines Försters. Ziel dieses Projektes war, positive Erlebnisse zu ermöglichen und die Neugier der Schüler zu wecken. Der Wald sollte in seiner Vielfalt als faszinierender Lebens- und Erfahrungsraum aus mehreren Perspektiven betrachtet und entdeckt werden. Eine waldbezogene Umweltbildung vernetzt Ökonomie, Ökologie und Soziales und vereint sich in einer nachhaltigen Entwicklung und einem verantwortungsvollerem Umgang mit der Natur.

Der Einstieg in die Thematik erfolgte mit einem Besuch von Herr Wilhelmi (Förster und Waldpädagoge der Stadt Wetzlar). Der an unsere Schule angrenzende Wald bietet sich immer wieder als hervorragender Lern- und Forschungsraum an. An vorbereiteten Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler spielerisch lernen und ihr Wissen und Können unter Beweis stellen.

Waldtage3An der ersten Station wurde die Klasse in das Berufsfeld und den Arbeitsplatz eines Försters eingeführt. Sie erhielten Informationen zu Ausbildungsberufen, Studienmöglichkeiten, Einsatzgebieten und Bezirke eines Förster. Anschließend konnten sie direkt in die forstwirtschaftliche Praxis einsteigen. Bäume mussten vermessen und markiert werden.

An der zweiten Station, die eher einem Lernpfad glich, wurde den Schülern botanisches Wissen vermittelt. Einheimische Bäume und Sträucher wurden bestimmt und spielerisch abgefragt.

Waldtage2Die dritte Station hatte die Trendsportart das sogenannte „Slacken“ (Slacklinen oder Slacklining) zum Thema. Ähnlich wie beim Seiltanzen wird ein Gurt- oder Schlauchband zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt und darauf balanciert. Die Anforderung des Slackens besteht in dem Zusammenspiel aus Konzentration, Koordination und Balance. Sport muss demnach nicht nur in der Halle oder auf dem Feld stattfinden, sondern auch im Wald.

Die vierte Station brachte den Schülerinnen und Schülern die Tiere des Waldes näher. Herr Wilhelmi hatte im voraus bereits Geweihe, Kopfskelette und Felle verschiedener Tiere ausgelegt. Die Suche nach Geweih, Skelett und Co. entpuppte sich als reines Abenteuer. Mit viel Freude und großem Interesse wurde der Wald von den Schülern durchforstet.

Waldtage4In der abschließenden letzten Station war blindes Vertrauen unter den Schülern gefragt. Die Schüler haben sich gegenseitig durch einen abgesteckten Parcours geführt. Die Besonderheit der Aufgabe bestand darin, dass die geführte Person durch eine Augenklappe nichts sehen konnte und auf die genauen Anweisungen ihres Wegführers vertrauen musste. Die anfängliche Unbehaglichkeit seitens der Schüler wurde sehr schnell beiseite geworfen und die Klasse fungierte als vertrauensvolle Gemeinschaft. Zum Abschluss konnten die Schüler noch zahlreiche Fragen stellen.

Waldtage5Gefesselt und gepackt von diesem tollen Tag, sollte der nächste Ausflug nicht lange auf sich warten lassen. Zwei Monate später führte Herr Wilhelmi die Klasse zum Abschluss des Projektthemas „Forst“ noch einmal in den Wald. Die Schüler haben die Gelegenheit bekommen einen eigenen Baum zu pflanzen. Unter fachmännischer Leitung wurde den Schülern gezeigt, wie sie einen Baum richtig in den Boden bringen und vor Wildfraß schützen. Mit großem Stolz haben die Schüler ihre kleinen Ziehbäumchen eingepflanzt und mit einer schützenden Verschalung versehen. In (un-)regelmäßigen Abständen kann die Klasse die „Schülerbäumchen“ besuchen und ihr Wachstum bestaunen.

Begeistert von diesen tollen Walderlebnissen haben auch fast alle anderen Klassen (Eingangssstufe, Klasse 1/2 und Klasse 3/4) die Führungen mit Herrn Wilhelmi durchgeführt. Tage die den Kindern bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben werden.

von Dominique Schäfer

Ostern zum Anfassen

Zu Ostern haben die Klassen 1-4 den Ostergarten in Giessen besucht. Hier wurde den Kindern auf ganz eindrückliche Weise, die Geschichte von Ostern vermittelt.

Wir konnten uns ganz hineindenken in das Leben vor 2000 Jahren. Stationen aus der Ostergeschichte waren ganz wunderbar dargestellt, so dass die Kinder wirklich das Gefühl hatten” live ” dabei gewesen zu sein.

Eine Zeitreise der besonderen Art, die unsere Schüler sehr begeistert hat.

Ostergarten1Ostergarten3

von Margit Pflüger

schulexpert Elterninfo April 2015 – Lehrkunst (Transkript)

SEEI Juli 2014

Georg Pflüger/ pfl (Schulleiter): Sehr herzlich willkommen zu unserer neuen Ausgabe von schulexpert Elterninfo. Heute mit dem Thema: Lehrkunst. Neben mir steht Professor Hans Christoph Berg, den ich ganz herzlich begrüße. Christoph, du bist mein Ausbilder. Es ist mir eine Freude und Ehre, dich hier zu begrüßen.

Prof. Dr. Hans Christoph Berg/hcb: Danke, Georg, großer Schüler! Freut mich, da sein zu dürfen.

pfl: Wegen einem Seminar, das ich bei Professor Berg gemacht habe, ist unsere Raiffeisen-Schule heute auch eine Genossenschaftsschule. Aber darüber wollen wir jetzt heute nicht weiter sprechen, sondern zum Thema Lehrkunst kommen. Christoph, Lehrkunst ist für dich ja ein Thema, mit dem du dich Jahre, Jahrzehnte, sehr lange beschäftigt hast. Was war für dich der zündende Funke, um dich damit so intensiv zu beschäftigen?

hcb: Tja, Frage führt weit zurück. Es ist ein Doppelereignis – eine große Enttäuschung und dann eine Entdeckung. Die Enttäuschung entstand aus einem sehr großen Versuch. Ich war Zweitstudienstipendiat für Lehramt und dann Psychologie am Max-Planck-Institut und dann kam der Auftrag von Willy Brandt und Olof Palme: Wie könnten wir Demokratie in der Schule stärken?
Als die Erwägungen am Max-Planck-Institut, in die ich eingebunden war, heiß wurden, habe ich vorgeschlagen: Demokratie ja, aber bitte nicht ohne Bildung. Und so ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden: Wie können wir an den Schulen Demokratie und Bildung stärken. Also an die Schulen herangehen und fragen: Was macht ihr damit?

pfl: Empirische Bildungsforschung?

hcb: Ja. Und ich bin an eine schwäbische Hauptschule gegangen – weil i gut schwäbisch schwätze ka – und jetzt kommt die Enttäuschung. Als wir die Schüler, Lehrer, die Eltern usw….. Der Schülerratsvorsitzende sagte dann die schwarzen Worte: "Acht Jahre sitzen wir an der Schule, gelernt haben wir nicht viel. Da hätte die halbe Zeit gereicht." Also enttäuschend.
Zum Glück jetzt der positive Zündfunke. Ich hatte im Studium einmal den Martin Wagenschein gehört, einen großen Reformpädagogen aus den Zwanziger Jahren – bis in die Fünfziger, Sechziger, Siebziger weitergegangen. Und der hatte als erfahrener Physik- und Mathematiklehrer ein Physikexempel vorgeführt, was klipp und klar und verständlich bis ins Letzte war. Ja – so geht es auch. Wie macht er das?
Und dann wurde ich Schüler bei ihm. Und alle Welt hat damals nur seine Methode studiert. Und wir haben gemerkt, seine Unterrichtsexempel, seine Stücke sind es. So wie wir im Theater nicht bloß die Methode von Lessing, von Brecht oder von Shakespeare, die wir nicht genau kennen, sondern seine Stücke aufführen.

pfl: Ich zeige dazu mal dieses Bild (Bild 1). Da geht es ja darum, dass der Baum, also unsere Kultur, Nüsse hervorbringt, die wir dann in der Schule wieder zu einem Baum entfalten. Das ist das Grundbild deiner Lehrkunstdidaktik. Und das hast du bei Wagenschein dann studiert und fortgeführt in so eine Methodentreppe (Bild 2). Kannst du dazu vielleicht kurz was sagen?

hcb: Ja. Da steckt der ganze Wagenschein drin. Jetzt studiert er die fünfzig Jahre, die es gebraucht hat, bis Galilei, bis Torricelli allmählich den Luftdruck entdeckt haben. Fünfzig Jahr – soll man die in die Schule bringen? Nur dann, wenn es sich ganz knapp verdichten lässt exemplarisch bis in eine Nuss. Ein Experiment, in dem alles drinsteckt, und dem dann das Verständnis wieder neu wachsen kann. Und das ist das, was zum normalen Unterricht dazukommt. Die normale Unterrichtseinheit, das Unterrichtshandwerk, die Unterrichtstechnik, die bringt man als gut ausgebildeter Lehrer mit (erste Stufe Methodentreppe).
Jetzt kommt Wagenschein und sagt: Immer mal wieder sollten wir, dort wo ganz wichtige Themen anstehen, sollten wir ein Stück weiter gehen. Eben bis zu dieser klaren Verdichtung, für die wir uns dann auch viel mehr Zeit nehmen.
Die Entdeckung beispielsweise von Galileo auch so nach- und mitvollziehen, mit ihm entdecken – genetisch, und die Dramatik dieser Entdeckung, die in der Wissenschaftsgeschichte war, auch im Unterricht mitkriegen. Soweit die zweite Stufe (der Methodentreppe).
Jetzt die nächste, jetzt kommt Klafti (Wolfgang Klafti). Das war ein historischer Glücksfall, dass Klafti – der Nestor der deutschen Bildungsdiskussion – seine Bildungskonzeption an Wagenschein verdeutlicht hat. Es kommt darauf an, den Gegenstand essentiell zu erfassen, in seinem inneren Wesen und in das innere Wesen des Lerners zu bringen. Erst wenn eine wechselseitige Erschließung da ist, dann ist Bildung erreicht (dritte Stufe).
Und jetzt soll das aber nicht bloß wunderbarer Entwurf bleiben, wie die Theaterstücke von Shakespeare bis Brecht. Nein, sie sollen auf heutige Bühnen gebracht werden. Wie machen wir das in den heutigen Schulen? Das ist dann die oberste Stufe.

pfl: Sie sehen, dass ist doch eine sehr reflektierte, sehr tiefgebende, sehr effiziente Art und Weise den Kindern das weiterzugeben, was uns wichtig ist. Nicht nur uns, sondern was auch in unserer Kultur wichtig ist. Ein anderes Bild, was du oft verwendest, Christoph, ist nicht nur die Nuss, sondern sind auch die Sternstunden einer Kultur, die epochalen Menschheitsthemen. Und so haben wir auch in unserer Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Schule einen ganzen Schatz von Lehrkunststücken, die wir hier aufführen (Bild 3). Bassermann als Beispiel exemplarisch für eine deutsche Bürgerfamilie, die vom 30-jährigen Krieg bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts von Lothar Gall, einem der führenden Historiker Deutschlands, beispielhaft dargestellt wird. Das habe ich eine Woche lang gemacht in der Klasse Sieben.

hcb: Eine Riesengeschichte: 300 Jahre Bürgertum in einer Familie konzentriert.

pfl: Ganz genau. Und so versuchen wir das auch in vielen anderen Lehrstücken, z.B. Faradays Kerze und viele andere, die sie auch auf unserem Schulblog nachschauen können: Die Hippo.
Christoph, so sind wir mit der Lehrkunst unterwegs als Partner in der Sorge um Ihr Kind. Aber an dieser Stelle ändern wir mal die Choreographie und das letzte Wort hat der Professor. 

hcb: Herzlichen Dank für das Verständnis. Ich darf einen Wunsch äußern: Wenn einer meiner Schüler – also in deinem Alter – an eure Schule kommt und fragt: Wie steht’s denn mit Demokratie und Bildung? Dann möchte ich euch wünschen und hoffe es, dass ihr nicht die Antwort kriegen würdet: Gelernt haben wir nicht viel. Ich hoffe, dass die Schüler sagen: Oh, wir haben an unserer Schule ganz schön viele spannende Sachen kennengelernt. Wir haben Nüsse oder Sternstunden – wir haben die Kanonkünste in einem Werk von Bach konzentriert, wir haben Faradays Kerze – alle im Weltall wirkenden Gesetze treten in der Kerze zutage. Und das haben wir begriffen. Oder, oder, oder…. Das würde ich euch wünschen. Und danke für die Zusammenarbeit in vielen Jahrzehnten und ich wünsche, sie möge noch weitergehen.

pfl: Vielen Dank. Ich bin überzeugt, sie geht weiter. Und ich wünsche mir, dass dein Wunsch in Erfüllung geht. 
Danke fürs Zuschauen und Tschüss!

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Hitze, Matsch und Hirsekloß

Ole und Jakob sind Freunde. Aber leider können sie sich nicht sehr oft sehen. Denn Ole wohnt in Deutschland und Jakob als Missionarskind in Kamerun.

Buchcover: Hitze, Matsch und Hirsekloß Was für eine Aufregung, als Ole und seine Familie in den Weihnachtsferien nach Kamerun reisen, um Jakob mit seiner Familie zu besuchen! Hier taucht Ole in eine Welt ein, die ihm völlig fremd ist.

Es ist ein Urlaub voller Abenteuer – manche sind spannend, andere stimmen Ole eher nachdenklich. Ob er am Ende wieder Lust hat, nach Hause zu fliegen? Das müsst Ihr schon selber lesen!

Und wenn ihr wollt, dann könnt ihr gleich hier schon einmal anfangen (Leseprobe).

Die Autorin Hanna Pusch ist verheiratet und hat 4 Kinder. Mit EBMinternational waren sie als Familie 10 Jahre lang in Kamerun im Missionsdienst unterwegs. „Oles Abenteuer“ beruhen auf wahren Begebenheiten.

Das Buch “Hitze, Matsch und Hirsekloß” ist in der Edition Wortschatz im Neufeld Verlag Schwarzenfeld erschienen und kann über Amazon als Taschenbuch oder eBook bestellt werden.

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Tag der offenen Tür 2015

Viele hochmotivierte Eltern kamen als Helfer in die Schule, um mit Kaffee und Kuchen, neue interessierte Eltern zu empfangen. Die Lehrer hatten je nach Fach Stationen aufgebaut und sich FWR-Schüler als Partner dazugeholt. Hier konnten sich Schüler, die sich für die Klasse 5 interessierten, erste Eindrücke von unserer Schule machen. Beeindruckend war, wie toll sich unsere FWR-Schüler um die Besuchsschüler kümmerten.

In lockerer Atmosphäre erzählte Schulleiter Georg Pflüger über die Besonderheiten der Schule und erklärte das WEiSE®-Konzept. Dabei besichtigten interessierte Eltern die Räumlichkeiten. Auch Vertreter der Stadtverwaltung waren da, um sich vor Ort über unsere Schule zu informieren und sie waren wirklich begeistert. Das war jedenfalls mein Eindruck!

Wir waren natürlich sehr gespannt, wer den Weg zu uns finden würde. Von der Menge der Besucher, die sich alle sehr wohl fühlten, waren wir sehr positiv überrascht. Insgesamt können wir auf einen sehr schönen Tag zurückblicken und sind besonders dankbar für unser tolles Eltern-Schüler-Team, das uns Lehrer so tatkräftigt unterstützt hat.

von Margit Pflüger

schulexpert Elterninfo Februar 2015 – Grundbildung (Transkript)

SEEI Juli 2014

Georg Pflüger/ pfl (Schulleiter): Sehr herzlich willkommen zu unserer neuen Ausgabe von schulexpert Elterninfo. Ich darf bei uns begrüßen Frau Professor Röhm.

Prof. Dr. Anita Röhm/ar (StudiumPlus): Hallo, guten Tag!

pfl: Guten Tag, Frau Röhm. Schön, dass Sie da sind. Und dass wir uns heute über etwas unterhalten können, was direkt sich bei uns in der Nachbarschaft befindet. Es ist eine spannende Konstruktion und eine Initiative aus privater, wirtschaftlicher und staatlicher Sicht. Es ist das StudiumPlus. Was ist das?

ar: Ja, StudiumPlus, das ist die Möglichkeit für junge Leute zu studieren und zwar im Bereich der technischen Hochschule Mittelhessen. Und zwar in Kooperation mit einem Unternehmen. Das heißt, unsere Studierenden sind auf der einen Seite Studenten, aber auf der anderen Seite auch Mitarbeiter eines Unternehmens. Und sie studieren so, dass sie während der Semesterzeiten natürlich, wie alle anderen Studenten auch, theoretische Inhalte vermittelt bekommen, aber während der Semesterferien – wo andere Semesterferien haben – sind sie dann im Unternehmen und bearbeiten Projekte. Dazu begleitet sie ein Professor und jemand aus dem Unternehmen. Die Studierenden arbeiten während der Semesterferien, schreiben darüber einen Bericht und präsentieren ihre Ergebnisse. Dieses geht dann auch in die Note ein – die Ergebnisse dessen – das heißt, die Studierenden lernen während der Zeit, der sechs Semester für den Bachelor, sowohl Theorie als auch Praxis. 

pfl: Ja, da haben wir das Stichwort, das ist Praxis. Und das ist, glaube ich, das Schlüsselwort für dieses Erfolgsmodell StudiumPlus. Frau Professor Röhm, ich habe gehört, dass Sie bei Ihrer Zielgruppe, bei Ihren Studierenden, eine gewisse Veränderung festgestellt haben im Bereich der Grundbildung. Grundbildung heißt ja Lesen, Rechnen, Schreiben – etwas womit wir hier auch beschäftigt sind – und insbesondere auch mit der Rechtschreibung und der Sprachkompetenz. Was ist da Ihre Erfahrung?

ar: Ja, es ist natürlich von essentieller Wichtigkeit, dass die Studierenden, um ihre Arbeit, um ihren Anforderungen zu genügen, müssen sie diese Fähigkeiten haben. Und natürlich ist es immer wieder schwierig, wenn diese Fähigkeiten nicht genügend ausgebildet sind. Im Bereich Mathematik machen wir es so, dass wir vor dem Studium vorgeschaltet einen Refresher – einen Einstiegskurs Mathematik – machen, sodass wir dann alle Studierenden auf ein in etwa gleiches Niveau bringen und dann sicherstellen, dass die Mathematikvorlesungen vom gleichen Startpunkt aus beginnen. Das ist natürlich in der Sprache etwas schwieriger. Und dort sehen wir schon, dass über die Jahre gewisse Schwierigkeiten auftauchen. Insbesondere mit der differenzierten Äußerung. Dort gibt es schon manchmal noch die Notwendigkeit der Korrektur. Aber dazu dienen auch die Praxisphasenberichte, die dann durch die Professoren korrigiert werden und dann die Studierenden noch einmal etwas an Anhaltspunkten geliefert bekommen, wie sie es denn richtig machen sollten. 

pfl: Sie haben ja auch gerade gesagt, dass Sie Partnerschaften mit Schulen haben und das zeigt ja auch, dass Sie nicht alles machen können. Auch durch Refresher-Kurse, sondern es muss ja ein bestimmtes Niveau auch schon geleistet werden. Und das interessiert natürlich uns als Schule. Wir haben in unseren Schulen auch insbesondere dieses Konzept der Grundbildung. Und da würde ich die Frage an Sie haben: Was würden Sie sich denn wünschen von einer Schule wie uns, was wir – vielleicht auch in Kooperation mit Ihnen, vielleicht auch im Austausch – an Grundbildung liefern.

ar: Also, im Moment kooperieren wir natürlich mit Schulen, die im gymnasialen Betätigungsfeld aktiv sind. Und das sind im Moment über 20 Schulen, insbesondere aus dem mittelhessischen und nordhessischen Bereich, wo wir über regelmäßige Treffen, aber auch über sonstigen Austausch sicherstellen, dass die Schulen auch wissen, worauf es uns ankommt. Dass die Studierenden oder die Studierwilligen schon beizeiten damit konfrontiert werden, dass sprachliche Fähigkeiten sehr wichtig sind. Aber dass auch Fähigkeiten in Grundfächern, wie eben Mathematik, Physik, Chemie einfach von entscheidender Bedeutung sind. Natürlich wünschen wir uns, dass das nicht nur erst im Gymnasialzweig einsetzt, aber bis jetzt haben wir noch keine Kooperationen mit Schulen, die eben davor geschaltet sind. Aber, ich denke, dass wäre ein sehr interessanter Weg, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Bildung schon von frühester Zeit an in dieser Richtung beeinflussen könnte. 

pfl: Man muss ja vom Ziel her denken!

ar: So ist es. Denn wenn erst einmal angesetzt wird, wenn die jungen Leute schon 15 Jahre sind, ist das mit Sicherheit – ich will nicht sagen "zu spät" – aber spät.

pfl: Genau. Frau Professor Röhm, vielen Dank für dieses spannende Gespräch. Wir wünschen uns natürlich, dass Ihre Kinder ihr Ziel erreichen und sind dabei auch in Zukunft Ihr Partner in der Sorge um Ihr Kind. Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Tschüß!

ar: Vielen Dank!

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